Sommerhit 2011

Seek Bromance, We no speak americano, Waka Waka, Gettin over you, Sun is up, Wavin’ Flag, California Gurls, Dynamite, Break Your Heart, Stereo Love, Alors on danse und nicht zu vergessen: Das geht ab – oder besser gesagt: Ging mal ab! Wenn ich einen dieser verkauten Songs noch einmal im Radio oder in der Disco höre, brechen mir die Ohren ab und das Herz rutscht in hohem Bogen hinten raus. Genug ist enough.

Neue Sommerhits braucht die Erde – und du sicher auch! Welche Songs werden wohl dieses Jahr immer, sempre, siempre, toujours, always and forever in unseren Gedanken umhertanzen während wir am Strand an unseren Drinks schlürfen, im Usgang einen auf Obermacker machen oder einfach so mit dem Auto durch die City cruisen?

Ausgegraben und entdeckt – so was wie Möglichkeiten (wenn sie nicht schon lange on the top in eurem mp3 stehen).

Bob Sinclar feat. Raffaella Carrà – Far L’amore

Yelle – Que veux tu (Madeon Remix)

Cheri Moon – One more crazy summer

Plastik Funk – Everybody dance now 2011

Culcha Candela – Berlin City Girl

The Cataracs – Top of the World ft. DEV

Azuro ft. Elly – Ti amo

Colonel Reyel – Toutes les nuit

Katy Perry – Hummingbird Heartbeat

Riva Starr ft. Noze – I was drunk

Picco – Venga

Naja. Ich bin immer noch für diesen hier:
Kate Yanai – Bacardi Feeling

In diesem Sinne: Sommer kannste kommen!

Katy B. – Unterschreibt sie auch deine Brüste?

Katy B. ist der neue helle Stern am englischen Musikhimmel und taucht mit ihren Songs auf jedem gut gefütterten Ipod auf. Ihr Sound hält sich nicht nur in einer Ecke auf, sondern kratzt von Dubstep über Drum’n’Bass, von R’n’B zu Funk-Elementen auch das House und Garage-Genre. „Katy on a mission“ hiess ihre Debütsingle, die im vergangenen Jahr auf Platz 5 der UK-Charts einstieg. Momentan ist sie mit dem Ohrwurm „Broken Record“ auch in Europa unter den Top 15 vertreten. usgang.ch spricht mit der rothaarigen Londonerin über Unterschriften, Alkohol und One Night Stands.

Katy, was ist das Schlimmste, was du jemals während einem Clubbesuch erlebt hast?
Nach einem Auftritt um 6 Uhr früh wollte ein Mädchen ihre Brüste von mir unterschrieben haben. Das war schon irgendwie komisch. Ich wollte nicht nein sagen, da sie sehr aufgeregt schien.

Wenn du über Parties singst, ist das Thema „trinken“ oft involviert. Denkst du, dass die heutigen Teenager ohne Alkohol und Drogen nicht mehr feiern können?
Ich denke nicht, dass das Trinken etwas Essentielles darstellt während dem Clubbing. Wenn ich ausgehe, mag ich es ab und zu ein wenig zu trinken, ein anderes Mal aber nicht. Ich denke solange die Menschen verantwortlich für das sind, was sie tun und wissen, wann sie aufhören müssen, ist der Alkohol und das Trinken kein Problem.

Dein Style ist lässig. Was denkst du über Mädchen, die es mit ihrem Styling zu weit treiben. Sprich zu kurze Röcke, super Highheels etc.?
Frauen lieben es sich sexy zu fühlen. Frau soll doch das tragen können, was und vor allem wie sie es will.

Legendäre One Night Stands – was hältst du davon?
Ich gehe aus um Musik zu hören und zu tanzen, nicht um einen Mann aufzureisen. Aber schlussendlich kann jeder machen, was er will. Ich verurteile niemanden, der seinen Spass dabei hat.

Trotz deinem grossen Erfolg, bist du immer noch bodenständig und ein wenig das Mädchen von nebenan. Was ist dein persönliches Rezept dafür?
Das Wichtigste meiner Meinung nach ist dem Freundeskreis treu zu bleiben. Auch die Familie stellt einen guten Anker dar. Ich denke, das ist mein Rezept um auf dem Boden zu bleiben.

Katy B. – Broken Record

Katy B. – Lights on

Offizielle Homepage: Katy B.

Caprices Festival verschlafen? No P.– Carl Craig hat’s auf eine CD geknallt

Dieses Wochenende zog vor dem Frühling schon fast der Sommer ein. Umso schlimmer, dass der Blick nach draussen heute mehr an eine Beerdigung als an ein sunny Elektrofestival im Freien erinnert. Carl Craig, einer der Headliner und schon fast Vaterfigur des Caprices Festivals hilft uns da aus dem Tümpel „Aprilwetter“ und packt die heissesten Tracks vom Wochenende gemixt auf eine Compilation.

Das Caprices Festival bringt anlässlich des zwanzigsten Geburtstag des Labels vom Carl Craig, Planet-E, seine allererste Compilation mit dem Namen „Caprices Volume 1“ unters Volk. Dieses Album, das von Carl Craig selbst produziert wurde ist nur im Schweizer Detailhandel erhältlich – nice.

Vergiss also den grauen Alltag, pack dir den Soundtrack zum Sommer in die Tüte und lass deine Gedanken, wie die 1000 Festival-Besucher vom Caprices es taten, durch das triste Nebelmeer hinfort fliegen.

Impressionen vom Caprices Festival fängst du am besten mit den geshooteten usgang.ch Bildern ein.

Bilder: Freitag
Bilder: Samstag

Track list/ Caprices Volume 1
(Special Planet-E 20th Birthday, Selected by Carl Craig – Mixed by Monty Luke)
01. Monty Luke – Art, Love & War (C2 Remix)
02. Martin Buttrich – Full Clip (Kirk Degiorgio Remix)
03. Psycatron – She Is Music (Monty Luke Edit)
04. Jona – Secret 47
05. Carl Craig – Technology
06. Reference – Best Day In Detroit (C2 Edit)
07. Tres Demented – Demented Drums
08. Sebastien San – Rising Sun
09. Innerzone Orchestra – Bug in a Bassbin (Street Mix)
10. Kenny Larkin – Glob (C2 Mix)
11. Carl Craig – Dominas

Jona – Secret 47

Foo Fighters – Wasting Light

So sieht sie aus: Die neue Foo Fighters.
Foo Fighers – Wasting Light

Die Foo Fighters um Mastermind Dave Grohl veröffentlichen mit „Wasting Light“ bereits ihr siebtes Studioalbum. Die Platte sollte ihr bisher härtestes Album werden, sich auf die Wurzeln der Band berufen und bietet elf Songs, von grosser Genialität bis zu zehnfach wiedergekäutem Radio-Pop-Stumpfsinn.

Dave Grohl ist älter geworden. 42 Jahre hat der Ex-Nirvana-Drummer bereits auf dem Kasten und die Zeiten, in denen er mit Kurt Cobain die Musikwelt revolutionierte und Jugendaggressionen in Musik verwandelte, existieren wohl nur noch als Polaroidbilder in den Fotoalben des Familienhaushalts. Trotzdem: Gegenüber der „SonntagsZeitung“ sprach Dave Grohl von „Rockern“ und „Nicht-Rockern“, von Rebellen und studierten Musikern und zeigte sich froh darüber, auf dem neuesten Album ein letztes Mal „drei Stunden am Stück schreien zu können.“ Das Album wurde in der Garage von Dave Grohl aufgenommen, nur mit Tonband und sollte dadurch noch ein wenig “roh” klingen – rockig halt. Werden die Foo Fighters den hohen Erwartungen gerecht und sind sie wirklich noch die selben “Rocker” wie früher?

Interessanterweise werden sich genau diese „Nicht-Rocker“ gerne auf „Wasting Light“ einlassen, denn gerade Songs wie „These Days“ oder „Back & Forth“ laden zur klassischen Pop-Analyse ein: Keine Überraschungen, keine grosse Disharmonie und vorhersehbare, „berechnete“ Melodien. Was für Hitparade-Püppchen und Nickelback vielleicht funktioniert, dürfte bei einer Band vom Kaliber der Foo Fighters doch eigentlich nicht vorkommen – vorallem nach grossen Ankündigungen. So wirken die beiden Songs ein wenig deplatziert und im Vergleich zum Rest langweilig. Doch damit genug Negatives, denn was ansonsten über „Wasting Light“ zu sagen bleibt, ist Lob (und Rock) genug.

Zurück zu den Wurzeln

Das Album eröffnet mit Garagen-Gitarren in „Bridge Burning“ und den Worten „these are my famous last words“ – mitten ins lauschende Ohr geschrien – und was in den ersten Songs zu hören ist, wird den Versprechungen tatsächlich gerecht. Die Foo Fighters berufen sich auf ihre Grunge-Wurzeln und erinnern desöfteren an Nirvana in ihren poppigen Momenten oder an Queens Of The Stone Age und Konsorten. Noch mehr Arschgetreten wird in „White Limo“: Gitarren und Gesang kreischen über dem durchgehenden Bass um die Wette und die Foo Fighters demonstrieren überzeugend, dass der Rock’n’Roll trotz ein oder zwei durchschnittlich-schwachen Pop-Songs immer noch in ihren Herzen schlummert.

Eine absolute Perle ist „Arlandria“. Der grossartige Refrain sitzt bereits nach einmaligem Hören in den Synapsen fest und ab dem zweiten Chorus ertappt man sich beim Mitgröhlen. Apropos Mitgröhlen: Die Alternative-Legende Bob Mould von Hüsker Dü steht bei „Dear Rosemary“ zusammen mit Dave Grohl hinter dem Mikro und verleiht dem Song den letzten Schliff. Auch ansonsten überzeugt der Gesang auf voller Linie: Grohls Stimme deckt das gesamte Spektrum von aggressiven Shouts und Screams bis zu sanften Melodien perfekt ab. Bemerkenswert ist auch das Gitarrensolo in „Rope“, dem die analoge Aufnahme auch noch den letzten nimmt und einen unheimlich kaputten Sound produziert.

Lyrisch sind die Foo Fighters ebenfalls gealtert – zum besseren. Die Songtexte wirken gereifter, sauberer und irgendwie erwachsen: „Hush, hush, settle down. Button up, don’t make a sound. Shame, shame, go away. Come again some other day.“ Der Albumtitel ist dem Song „Miss the Misery“ entlehnt, textlich interessanterweise einer der schwächeren Songs. Natürlich will hier nur ein gewisses Gefühl vermittelt werden, doch gute Lyrik wäre dabei nicht fehl am Platz. Ansonsten mag das Album auch mit den Lyrics zu überzeugen, die Texte fliessen, wirken nicht gesucht und ergänzen die Musik mit dem Klang der Worte fantastisch.

Abschied von Kurt Cobain

Besonderes Augenmerk gilt dem Song „I Should Have Known“, in dem Krist Novoselić (Bassist und Mitgründer von Nirvana) den Bass zupft und das Akkordeon bespielt. Es handelt sich um einen Abgesang an Kurt Cobain, der sich auf dem Höhepunkt der Karriere mit Heroin und einer Schrotflinte das Leben nahm. Der Suizid veränderte das Leben der übrigen Nirvana-Mitglieder drastisch und zwischen Selbstvorwürfen und Hilflosigkeit hatte auch Dave Grohl lange mit sich selbst zu kämpfen. Das Resultat dieser Katharsis steckt zwischen dem Nirvana-Gitarrensound in den ersten Takten und den dreckigen Bassklängen von Novoselić gegen Ende und weckt Erinnerungen an die Grunge-Legenden zu ihren besten Zeiten. Und wenn heute jemand die Berechtigung hat, nach Nirvana zu klingen, dann die Foo Fighters.

„Wasting Light“ ist kein „ballern ohne Verschnaufpause“, wie das „Tagblatt“ schreibt und hat, wie alle bisherigen Foo Fighters Alben, auch seine schwächeren Momente. Nichtsdestotrotz präsentiert die Truppe um Mastermind Grohl hier ein fantastisches Werk, das vor allem für sein Abwechslungsreichtum zu loben ist. Keine zwei Songs klingen zum verwechseln ähnlich und beinahe jedermann wird auf „Wasting Light“ etwas finden, das ihm gefällt. Von dem aggressiv-stampfenden „White Limo“ über die 80er-Jahre-Stadionrock-Hommage „Walk“ bis zu dem mehr als radiotauglichen Pop-Produkt „These Days“ – „Wasting Light“ ist ein mehr als solides Album und wird in jeglichen Verkaufscharts einige Wochen die Spitze krönen. Trotzdem wird Dave Grohl immer der Typ bleiben, der für Nirvana auf die Drumfelle einprügelte. Doch mit „I Should Have Known“ hat er damit nun abgeschlossen – in Frieden.

usgang.ch verlost zwei Exemplare des bisher besten Rockalbums von diesem Jahr! Hier gehts zur Verlosung: Teilnahme

Autor: David Nägeli

The Kills – Blood Pressures

The Kills, gerne assoziiert mit Coolness, Stil und neuerdings Kate Moss, tun auch auf ihrem vierten Album «Blood Pressures» ihr Ding. Jamie Hince und Alison Mosshart sind älter und – dank Jack White – effizienter geworden. Das Album ist deshalb gut, aber nicht besser als frühere Werke der beiden.

Punk! Chic! Dreckig! Hip! Was man Jamie Hince und Alison Mosshart alias The Kills nachschreit könnte unterschiedlicher nicht sein. Natürlich stimmt das alles. In den zehn Jahren ihres Bestehens schufen sich die Kills ihre ganz eigenwillig gezimmerte Schublade. Mit dem minimalen Set-Up von Gitarre und Drum-Machine kreiert das Duo monotone Beats, schrummelt verzerrte Sounds legen zwei rauchigen Stimmen drüber und fertig ist der typische Kills Sound.

«It’s about sex – so, blood pressures.». Das vierte Album geht nicht nur leicht back to the roots sondern wandert auch auf der dunklen Seite. Grund dafür: Neben Jack White, Dean Fertita und Jack Lawrence spielt auch Alison Mosshart in der Band «The Dead Weather». Die Einflüsse der Auftritte und die Musik der Band brachte Alison im vierten «The Kills» Album ein. Darüber hinaus hat die Arbeit in einer zweiten Band neue Arbeitsgewohnheiten herbeigeführt. Mosshart musste für White und Konsorten zum ersten mal auf Kommando im Studio antraben und singen, und nicht nur – wie bisher – mit Hince Ideen und Melodien austauschen. So lernt man zu liefern und The Kills fühlen sich produktiver den je. Und was sagt das zweite Bandmitglied und Darling von Kate Moss Jamie Hince dazu? Er findets geil! Wir finden, merkt mans überhaupt? Die neue Scheibe von The Kills ist cool, aber Hits wie «U R A Fever» und «Fuck the People» sucht man vergeblich. Hier die aktuelle Single.

The Kills – Satellite (Video)

The Kills – Blood pressures Album Trailer

Website: Thekills. tv

Verlosung: usgang.ch verlost 2 brandneue CDs «Blood Pressures». Mach mit!

Myron mit „Never Regret“ im Valentinstagspecial

Du musst dein Leben selbst in die Hand nehmen und deine Wegweiser selbst setzen. Es gehört dazu sich einmal weiter aus dem Fenster zu lehnen wie man eigentlich möchte und ins kalte Wasser zu springen. Thats life, oder?

Myron streckt uns rechtzeitig zum Tage der Liebenden ein Basler-läckerli vor die Gosche. Romantik pur, fallen und wieder auferstehen – das scheint Parole des 3. Studio Albums „Never Regret“ der Westschweizer zu sein. Im schicken James Bond Anzug präsentiert sich die Schweizer Pop und Rock-Band auf dem Cover der neuen CD. Nur schon für ihre Aufmache müssten die beiden Amigos einen Waffenschein besitzen. Was aber wirklich hinter den zarten Klängen der Platte steckt und wie es bei den beiden in Sache Liebe aussieht, kannst du hier nachlesen. usgang.ch verlost exklusiv 3 neue Alben von Myron. Have fun and be loved!

Eh Jungs, eure neue Platte, Schnulzen-Alarm pur würde ich da mal sagen! Seit ihr durch die Jahre soft geworden, oder was?
Manu:
Moment einmal. Es sind ja nicht nur langsame Stücke auf dem Album. Im Allgemeinen hat das nichts mit „Softy sein“ zu tun sondern mit der Musikrichtung. Es kommt beim komponieren immer auf die Mood an. Schlussendlich will man Menschen mit seinen Songs berühren und ihnen die Möglichkeit geben, sich mit den Liedern zu identifizieren. Deswegen sind wir aber keine Softies oder Waschlappen nur weil die Musik dieses Mal ein bisschen weicher ist.

Was hat sich bei euch seit dem letzten Album musikalisch verändert und weiterentwickelt?
Chris:
Eigentlich machen wir immer noch den typische Myron Sound. Es ist schon krass – wenn man sich die Chartsplatzierungen im Moment anschaut, sind fast alle vorderen Ränge mit elektronisch angehauchten Liedern belegt. Wir wollen aber einfach bei dem bleiben, was wir können – und das ist Pop/ Rock Musik.

Manu, du hast nun einige Zeit an der Seite von Remady verbracht. Könnte sich Myron vorstellen einer ihrer Song mit Remady Clubreif zu machen?
Manu:
Das haben wir tatsächlich schon mal gemacht: es gibt eine Clubversion von „Say You Want Me“. Ich denke aber, dass remixe von Popbands in der Clubszene nicht wahrgenommen werden, bzw. nichts bringen.

Viele Tracks der CD machen meiner Meinung nach glücklich. Aufbruchsstimmung pur, I like! Wann habt ihr euch das letzte Mal so richtig down gefühlt?
Chris:
Letztes Jahr gab es eine Phase, in der wir uns sehr viele Gedanken gemacht haben über unsere Leben. Da war nicht immer alles Glanz und Gloria. Daraus entstand dann „Never Regret“.

Was haben die schwarzen Anzüge auf dem Cover zu bedeuten? Gibt es eine Message dahinter?
Chris:
Die Anzüge stehen für ein zeitloses Image, klassische Eleganz wie unser Sound. (lachen)

Auf der letzten Seite des Lyricsbüchlein steht ein Zitat von Isaac Newton: „Destiny is no matter of chance. It is a matter of choice“. Was habt ihr für einen persönlichen Bezug zu diesem Spruch?
Manu:
Auf dieses Zitat stiess ich, als wir gerade den Song „Never Regret“ aufnahmen. Währenddem das Album entstand, fragten wir uns oft, wo wir nicht unbedingt nur musikalisch, sondern auch in unserem Leben stehen. Eines Tages fand ich in meiner Spruchbox zu Hause auf dem WC diesen Satz von Isaac Newton. Und er passte zu unserer Lage, wie der Nagel auf den Kopf. Es kommt nicht darauf an, mit was du geboren wurdest, sondern was du aus deinen Talenten machst. Du musst dein Leben selbst in die Hand nehmen und deine Wegweiser selbst setzen. Es gehört dazu sich einmal weiter aus dem Fenster zu lehnen wie man eigentlich möchte und ins kalte Wasser zu springen. Thats life, oder? Dieses Zitat soll ein Anreiz sein an alle, die das Album kaufen, ihr Leben einmal zu hinterfragen und ihre Ziele zu definieren.

Wie sieht eure Zukunft aus? Wird es nun auch einmal ein Album auf Schweizerdeutsch geben?
Chris:
Bestimmt nicht, wir bleiben der englischen Sprache treu und hoffen, dass wir noch viele Alben machen können um dies vor einem grossen Publikum präsentieren zu können.

Auch nicht wenn es um ein Duett mit einem anderen Schweizer Künstler geht?
Manu:
Nein. Das würde ich jetzt echt nie machen. Englisch und Schweizerdeutsch zu mischen – das ist ein no go. Vor allem würden es die Leute nicht checken, wenn ich jetzt plötzlich auf Baslerdeutsch singen würde. Ich kann mich am besten in Englisch ausdrücken, dabei soll es auch bleiben. Aber ich habe vor allen Schweizer Künstler, die auf Schweizerdeutsch musizieren und noch dazu Erfolg haben, enormen Respekt.

Heute ist Valentinstag. Hippi Hoppi Eh! Wie sieht es denn bei euch in Sache Liebe aus?
Chris:
Ich habe eine Familie und Manu ist in einer glücklichen Beziehung.

Könnt ihr euch an eure erste grosse Liebe erinnern?
Manu:
Ja, das waren noch Zeiten. Ich war 18 und zum ersten Mal so richtig verliebt.

In wie fern hat sich das frühere „Lieben“ zum heutigen verändert?
Manu:
Weisst du, eigentlich bist du immer auf der Suche nach deinem Gegenstück und wenn du in eine Beziehung kommst, wägst du ab, ob es passt oder nicht. Jetzt mit 28 kann ich wirklich sagen, ich habe meine Traumfrau gefunden. Meine Lady ist mein ganzes Leben und das Schönste, was mir je passieren konnte.

Was war wohl das Dümmste, das ihr jemals in eurem Leben für die Liebe getan habt?
Chris:
Ehm, keine Ahnung. Nichts. Come on, wir sind Musiker! Haha.
Manu:
Stimmt. Um sowas mussten wir uns wirklich nie kümmern.  Die Frauen kamen immer auf uns zu (Beide lachen und hätten wohl einige gute (oder eben schlechten) Geschichten auf Lager). Ich musste jetzt noch nie einen auf Romeo machen und einer Julia was im Garten auf der Gitarre vorspielen. Es hat sich immer alles so ergeben, wie es sollte.

Der Valentinstag steht vor der Tür: Was macht ihr an einem Tag, der so schön ist wie dieser?
Chris:
Wir sind auf Promotour für unser neues Album „Never Regret“, welches seit letzten Freitag im Handel erhältlich ist. Da bleibt nicht viel Zeit, was zu machen.

Was haltet ihr überhaupt vom Valentinstag?
Manu:
Eigentlich ist es doch ein kommerzieller Schiisdräck. Ich brauche keinen Tag um meiner Partnerin zu sagen, dass ich sie liebe. Bei mir machen die Blumenläden auch unter dem Jahr Umsatz, wenn du verstehst was ich meine. Heute bringe ich ihr sicher keine Blumen, weil ich es schlicht und einfach blöd finde, wenn man solch einen Tag wie heute nutzt um konform irgendetwas zu machen.

Myron – If it ends

Official Homepage: Myron

Hier gehts zu CD Verlosung “Never Regret”

Yves laRock und Jesus Luz – „Are you ready to be a Running Man?“

"Yves ist wie ein grosser Bruder für mich." so Hottie Jesus Luz über seinen neuen Big-Buddy Yves LaRock.

Ein Augenschmaus im Doppelpack. Und ich mitten drin. Als Yves LaRock und Jesus Luz die Lounge-Aria im Touchclub Bern betraten, musste ich erst einmal leer Schlucken. Hot. Seit knapp einem Jahr versucht das brasilianische Model und Ex-Bettmümpfeli von Madonna Jesus im DJ Business Fuss zu fassen. Yves laRock wollte sich die Chance nicht entgehen lassen und liess den Sprössling Teil eines seiner neuen Projekte werden. Das Ergebnis namens „Running Man“ lässt sich nicht nur optisch gut sehen. Wie es den beiden während den Dreharbeiten zum offiziellen Musikvideo ergangen ist, was Jesus von seinem Namen hält und wieso Yves auf einem seiner neuen Tracks einen auf Sänger macht – read it here.

Das Interview

Jesus, du stiegst in kürzester Zeit von 0 auf 100. Wie ist das für dich plötzlich mit begabten und international  erfolgreichen DJ’s zusammenzuarbeiten?
Jesus:
Es ist unglaublich und eigentlich realisiere ich gar nicht wirklich, was um mich herum passiert. Es ist eine enorme Chance und ich bin für jeden Augenblick dankbar.

Jesus, denkst du, dass du dich seit deinem Erfolg in der Musikbranche verändert hast?
Jesus:
Irgendwie schon. Und irgendwie auch nicht. Ich fühle mich reifer und ich sehe viele Dinge anders als früher. Seit dem man mich kennt, habe ich mehr Möglichkeiten in meinem Leben und kann auch mehr Facetten meiner Persönlichkeit zeigen. Ich bin aber immer noch ich, verstehst du? Das, was sich verändert hat, sind die Menschen um mich herum. Das ist alles.

Wie kamst du überhaupt in die DJ Szene rein und wieso gingst du auf eine DJ Schule?
Jesus:
Als ich ein Teenie war, hörte ich oft Rock n Roll. Als ich in die elektronische Szene hineinrutschte, waren die DJ’s für mich Idole. Ich liebte es ihre Musik zu hören und ich hatte immer den Traum selbst DJ zu werden. Die nötige finanzielle Mittel fehlten mir jedoch dazu. Als ich mir im Modelbusiness einen Namen gemacht hatte, konnte ich mir plötzlich Dinge leisten, die früher für mich tabu waren. Ich entschloss mich einer meiner Träume zu verwirklichen und das Handwerk eines DJ’s auf einer Schule zu lernen. It was worth it.

Denkst du, dass es auch aufgrund deines guten Aussehens mit der Karriere geklappt hat?
Jesus:
Das Aussehen spielt klar eine essenzielle Rolle in meinem Leben. Ich arbeite als Model und mein Aussehen ist mein Kapital. Das Wichtigste aber im Dasein eines DJ’s ist meiner Meinung nach die Musik, gute Stimmung und das Gefühl, welches man durch seine Lieder in die Welt hinaus tragen kann. Schlussendlich kommt es dann doch nicht darauf an, ob man jetzt dick oder dünn ist. Man muss die Musik fühlen. Es geht über den Look hinaus und ist etwas Unergründliches.

Yves, denkst du, dass Jesus genug Talent und Courage hat, um sich im Musikbusiness durchzusetzen?
Yves:
Ja, das denke ich auf jeden Fall. Ich kenne ihn und er besitzt viel Talent. Er weiss, wer er ist, woher er kommt und was er erreichen will. Sich selbst treu zu bleiben ist sehr wichtig im Leben. Ein französisches Sprichwort besagt: Den Kopf auf den Schultern tragen. Das tut er auf jeden Fall. Ich bin mir sicher, dass er es noch weit bringen wird.

Jesus ist 24 Jahre alt. Also bist du fast zehn Jahre älter als er.
Yves:
Ja, das kann man so sagen.
Jesus:
Yves ist wie ein älterer Bruder für mich.
Yves:
Eh Moment. Ich bin 22. Haha.
Jesus:
Ja logisch!

Erinnerst du dich an die Zeit, in der du genau so alt warst wie Jesus?
Yves:
Oww… (schaut Jesus an und denkt wohl an die Vergangenheit) Ich war sehr unreif und ein Bad Boy. Es war nicht die beste Zeit meines Leben. Ich kam gerade aus der Hip-Hop Szene raus und war in schlechter Stimmung. Als ich dann begonnen habe Musik zu produzieren, ging es wieder aufwärts. Man kann sagen, dass die Musik mein Leben gerettet hat.

War es für dich Yves auch ein Risiko mit einem Newcomer wie Jesus zusammenzuarbeiten? Hattest du keine Angst deinen Ruf zu verlieren?
Yves:
Ach weißt du, es spielt mir echt keine Rolle, ob er nun ein alter Schinken oder ein Neuling im Geschäft ist. Für mich ist es nur wichtig eine Person zu fühlen. Ich habe Spass und ein gutes Gefühl bei der ganzen Sache. Das ist alles, was zählt.

Euer musikalisches get-together entstand aufgrund eines nächtlichen Zusammentreffens in einer Bar mit Drinks. Mögt ihr es im Leben auch gerne bunt, feiert ausgiebig und betrinkt euch am Wochenende?
Yves:
Nein, sicher nicht, wo denkst du hin! Haha. Nein, im ernst jetzt. Klar gibt es das. Unser Beruf lebt sozusagen im und vor allem vom Nachtleben. Ich mag Parties. Aber nicht jeden Tag oder jede Woche. Schliesslich gibt es auch noch andere Dinge im Leben, die zählen. Familie zum Beispiel.
Jesus:
Ja genau. Weißt du, wenn wir arbeiten, haben wir immer fun und eine gute Zeit. Egal wo wir sind, überall ist eine Party. Wir leben sozusagen eine. Für mich persönlich ist es aber wichtiger an einem freien Tag mit Familie oder Freunden an den Strand zu gehen…

…und die ganz normalen Dinge zu tun.
Jesus:
So ist es.
Yves:
Party können wir immer haben.
Jesus:
Es kommt die Zeit, in der das ganze irgendwie seine Magie verliert.

Yves. In einem deiner neuen Songs „Until tomorrow“ fungierst du für einmal neben dem DJ auch als Sänger. Was war das für dich für eine Erfahrung selbst auf einem deiner Tracks zu singen.
Yves:
Also eigentlich singe ich immer auf meinen Demos, bevor ich sie an andere Sänger weitergebe. Vielen ist es aber egal, ob ihnen der Song gefällt oder nicht, Hauptsache man kann fett cash absacken. Bei “Until Tomorrow” war genau das der Fall. Ich habe es dem damaligen vorgeschlagenen Sänger geschickt und er fragte mich gleich wie viel Geld er dafür bekommen würde. Ich sagte ihm Fuck you und ging selbst ins Studio. Ich weiss zwar, wie man singt, aber ich bin kein richtiger Sänger.

Yves laRock feat. Trisha – Until Tomorrow

„Running Man“ heisst euer gemeinsames Projekt. Was für eine Idee verbirgt sich hinter dem Track?
Jesus:
Es geht im eigentlichen Sinn um Selbstfindung. Die Suche nach seiner Seele und herauszufinden, wer man wirklich ist.
Yves:
Hier schau – das ist der Trailer!

(Der Laptop wird aufgeschlagen und ich darf den Trailer zum Videoclip begutachten. Jesus rennt, wie in einer Adidassportwerbung für Schuhe am Beach von Rio entlang. Das wäre wohl das Showing für den Selbstfindungstrip. Am Ende des Musikvideos findet eine Party an einem schön gelegenen Plätzchen auf einem Hügel statt. Yves macht logischerweise den DJ im Movie, die anderen tanzen und haben Spass. Sexy Ladies inklusive – wie könnte es auch anders sein. Da sag ich doch mal: Sommer – here u come again! Leider kann ich euch hier an dieser Stelle kein Vorgeschmack in Form eines Teasers posten, denn der Clip ist noch nicht offiziell veröffentlicht. Sorry.)

Aii, hot Chicas!
Yves:
Ow ja. In Brasilien gibt es so viele schöne Frauen.

Der Song hört sich gut an. Ich freue mich schon den ganzen Clip anzusehen.
Jesus:
Auf jeden Fall. Ich denke es ist ein gute Sache. Auch wenn die Dreharbeiten wirklich anstrengend waren… (logisch, dein Drehmotto hiess schliesslich auch: Grind abe uu seckle.)
Yves:
Puh, das kannst du laut sagen.

Mal abgesehen von eurem Track „Running Man“, wisst ihr eigentlich was der Running Man auch noch sein kann?
Yves:
Hä? Was ist der Running Man?

Der Running Man ist ein old-schoool Hip-Hop Move. Soll ich ihn euch zeigen?
Jesus:
Ja eh, do the Running Man!
Yves:
Haha. Ja, tu es!

Oje. Was für eine schlechte Idee. Aber hey, wer sagt schon nein, wenn man sich vor der ganzen Touchclubcrew, den wichtigsten Pressemenschen der Schweiz, vor Weltstars und deren Managern blamieren kann?! Eben. Also machte ich den Running Man.

Do the Running Man

Yves: Haha, das ist lustig.
Jesus:
Ich meine, ich kenne den Film Running Man mit Schwarzenegger, aber das wusste ich nicht. Ich komme aus der Hip-Hop Szene und kenne den Move nicht. Fast schon peinlich. Du musst uns diesen Move irgendwann mal beibringen.
Jesus:
Ich muss sowieso in meinem Leben noch mehr Erfahrungen sammeln. (Jesus schaut mich an. Ich check den Joke und muss laut lachen. Yves auch.)

Ha! Nein, aber Jungs. Im ernst. Verspricht mir, dass ihr euch den Running Man noch auf youtube reinzieht. Ich und tanzen, das ist so eine Sache.
Yves:
Alles klar. Versprochen.

Jesus. Auf deinem Rücken hast du dir deinen Namen tätowieren lassen. Was bedeutet er dir?
Jesus: Mein Name bringt mir viel Glück und gute Energie. Ich finde meinen Namen speziell. Jesus, klar was das heisst, oder? Und Luz bedeutet im Portugiesischen Licht. Ich habe keinen Gott. Ich glaube irgendwie in alle Religionen, aber ich vertraue in Jesus Christus. Jesus war ein Retter. Und Jesus in Verbindung mit Licht, das ist schon was Spezielles. Ich denke, es ist ein Geschenk solch einen Namen zu besitzen. Ich bin deswegen aber kein Egoist oder Exzentriker, nur weil ich mir meinen Namen auf den Rücken tätowiert habe. Es hat eine klare Message dahinter.

(In Zwischenzeit zeigt mir Jesus noch ein anderes Tattoo. Ein Kreuz, welches sich auf seiner linken Wade befindet.)

Letzte Frage. Was ist euer Zukunftsprojekt?
Yves:
Ah, wir sind erst gerade mit diesem Projekt fertig geworden. Das reicht jetzt vorerst.
Jesus:
Step by Step.
Yves:
Aber wir haben eine gute Beziehung zueinander. Es wird sicher noch weitere Projekte geben.

…und es folgt ein männlicher Händeklatsch zwischen den Beiden. Ha, nichts geht über eine richtige Männerfreundschaft hab ich einmal gehört. Da sind wir einmal mehr glücklich uns sagen, wie es Michael Jackson formuliert hätte, wenn er noch unter uns weilen würde: This is it.

Official Homepage: Yves LaRock

Official myspace Site: Yves LaRock

Gimma – „Ich bin kein Trophäen-Jäger.“

“Über Brüste und Ärsche. Äußere und innere Schamlippen. Ich habe alles unterschrieben!“

Enfant terrible oder einfach nur Mensch? Gimma hat es in seiner Karriere nicht immer einfach gehabt. Von der Gesellschaft kritisiert und als „Rüppelrapper“ abgestempelt hat sich der mittlerweile auch schon 30jährige Superschweizer immer wieder an die Front der Chartplatzierungen gekämpft. Gefühlvoll und realistisch. Depressiv aber hoffnungsvoll. In seinem neuen Album setzt Gimma auf pure emotions und halt einfach „Mensch si“. Trotzdem. Der Churer Rapper lässt auf seinem Blog verkünden, dass er sich wegen persönlichen, aber vor allem gesundheitlichen Gründen eine Auszeit zieht und nicht mehr so schnell auf der grossen Bühne zu sehen sein wird.

Gimma kam kurz von Chur obeeee abe und sprach mit mir über seine neue Scheibe, was es für ihn bedeutet Mensch zsi und wo er neben Brüsten und Ärschen noch überall in seinem Leben als Schweizer Rapper unterschreiben durfte.

Das Interview

Gimma. Jetzt mal im ernst. Eigentlich geht dir doch noch viel beschissener wie es auf der CD zu hören ist, richtig?
Haha. Du fragst jetzt sehr direkt. Das ist auch gut so. Aber ja. Das ist richtig. Ich habe momentan eine wirklich schlechte Phase in meinem Leben erwischt. Ich bin im Moment nicht so in der Jubel und Hurra Stimmung. Dies schlägt sich dann auch auf die Interviews nieder.

Der Titel zu deinem neuen Album nennt sich „Mensch si“. Denkst du, dass man in der heutigen Gesellschaft ohne Alkohol und ohne Drogen überhaupt noch Mensch sein kann?
Ja. Das ist ohne Zweifel machbar und auch ohne Anstrengung möglich. Je nach dem was man für ein Typ Mensch ist. Ich kenne sehr viele Leute, die das können. Die weder trinken noch Drogen konsumieren. Aber ich kenne andererseits wieder Menschen, die beides machen. Wenn ich mich oder auch mein Umfeld anschaue, können diese Versuchungen aber auch ein sehr gutes Ventil sein um Stress und Druck abzubauen (Gimma schaut sein Bier auf dem Tisch an). Glaube mir, es hat jetzt unglaublich gut getan nach solchen Gesprächen wie heute ein Bier zu trinken. Ich bewältige meinen Stress oft auf diese Weise. Ich glaube nicht, dass es der Beste Weg ist, aber es ist einer, der für mich persönlich funktioniert. Solang das Ganze keine Überhand nimmt, ist es auch gut vertretbar.

Was heißt für Gimma „Mensch si“?
Für mich ist es einfach eine sehr introvertierte Angelegenheit. Die Leute sollen mich einfach in Ruhe lassen. Das ist meine Art von „Mensch si“. Ich gehe zu niemandem und Rede ihm in sein Leben rein. Das erwarte ich aber dann auch von ihnen. Außer es ist etwas extrem Imposantes und ich kann mich mit der Macht-der-Wörter einmischen. Zum Beispiel wenn ein Politiker wahnsinnig ist oder die Kirche irgendwelche Stories vertuscht. Dann ja. Ansonsten ist das für mich aber eine recht zurückgezogene Sache.

Gehört das glücklich sein auch zum „Mensch si“?
Glücklich sein. Tja. Das ist ein wenig schwieriger. Zum glücklich sein, muss man sich auf die Gesellschaft, sein Umfeld und die Mitmenschen einlassen können. Jetzt gerade ist das nicht wirklich meine Stärke. Ich fühle mich irgendwie im Moment nicht so ganz aufgehoben. Deshalb fällt es mir persönlich nicht ganz einfach hier und jetzt glücklich zu sein.

Ich rede nicht gerne über meine Vergangenheit. Es ist vergangen und das ist auch gut so. Während des texten wirst du aber andauernd mit deiner Vergangenheit konfrontiert, da sie schließlich Content deiner Lieder ist. Easy scheisse, nicht wahr?
Da muss ich jetzt vielleicht einen Haken schlagen. Ich greife nicht meine Vergangenheit auf sondern Themen aus der Vergangenheit. Explizit meine Vergangenheit behandle ich nicht in meinen Liedern. Logisch ist es möglich. Irgendwo kommen die Themen ja her. Anekdoten, die ich einflechte, haben schon einen Bezug auf mich und meine Geschichte. Ich denke nicht, dass es noch nötig ist, die Vergangenheit aufrollen zu lassen. Damals, als ich noch über Vergangenes sang, ging es mir auch darum, gegangen den Leuten meine Geschichten vor den Latz zu knallen und zu schauen, was damit passiert. Es hat auch schön funktioniert. Heute ist es aber so, dass ich mir was zusammenbastle. Ich nehme keinen Bezug mehr auf mich selbst.

Vor wenigen Tagen wurden die Nominierten für den Swiss Music Award preisgegeben. Unter anderem ist auch Rapper Bligg mit von der Partie. In seinem letzten Album „Bart aber herzlich“ hat auch er eher auf die Tränendrüse gedrückt und in die melancholische Kiste reingegriffen. Wie sieht es jetzt mit einem Duett aus?
Haha. Klar. Es ist interessant, dass wir es noch nie gemacht haben. Wir kennen uns ja schon seit Ewigkeiten. Es ist absolut nicht abwegig, dass wir einmal was zusammen machen. Ich könnte es mir sehr gut vorstellen und Bligg ist gut, extrem gut, wenn nicht der Beste. Ich könnte bestimmt auch davon profitieren. Ob er daraus Profit schlagen könnte, wäre dann wohl die andere Frage. Er ist schließlich an einem anderen Standort in seiner Karriere. Es wäre geil zu wissen, was er jetzt geantwortet hätte.

Ich frage ihn sonst nächstes Mal. (Du kommst doch wieder einmal auf ein Interview Bligg?)
Tu das.

Du bist ja auch nicht gerade unberühmt in der Schweiz. Man kennt dich schließlich. Wo durfte Gimma bereits seine Unterschrift platzieren?
Überall wo du dir vorstellen kannst.

Echt jetzt?
Ja. Aber es gibt viele Dinge, die ich nicht mehr unterschreibe. Körperteile, wenn du auf das anspielst. Es ist einfach schlecht für die Gesundheit, haha! (Jaja, der Gimma. Aber tätowiert ist er wie ein Großer! Ha!) Ja nein. Aber wenn man mit Filzstiften die Haut verziert, ist es nun mal ungesund. Punkt. Auch wenn man mir ein Zigarettenpäckli hinstreckt, muss ich sagen: neeee. Aber früher habe ich alles unterschrieben. Über Brüste und Ärsche. Äußere und innere Schamlippen. Ich habe wirklich alles unterschrieben!

Sehr schön!
Ja, aber in Zwischenzeit kann ich das auch nicht mehr ganz nachvollziehen. Haha.

Ich freue mich immer wie ein kleines Reh auf den Frühling, wenn ich in deiner Heimatstadt Chur in den Ausgang gehe. All die heißen Snowboarder-Jungs. Jammi. In Zürich sind die ja meistens rar vorhanden und erst noch geschleckt wie Opa in der Zigarrenfabrik. Auf was stehst du so?
Ohäää! So habe ich das auch noch nie gehört. Haha. Mein Typ von Frau? Mhh. Das sind vor allem intelligente Frauen (Gimma schaut mich ein wenig komisch an. Gehöre wohl für ihn nicht zu dieser Gattung Frau. Haha. Janu.).

Also schaust du in deinem Alter gar nicht mehr aufs Aussehen?
Doch! Klar schaue ich auch aufs Aussehen. Aber eine Frau kann noch so hübsch sein – wenn sie so dumm wie Brot ist, dann soll sie sich einen Schnittlauch suchen.

Oke. Es gibt aber sicher auch intellektuelles Fleisch in Chur.
Klar. Aber mich kennen doch alle in Chur. Eine schlechte Voraussetzung um jemand Neues kennen zu lernen. Meine letzten zwei Freundinnen waren aus Zürich und nicht von Chur. Ich glaube sogar ich habe noch nie eine Freundin gehabt, die aus Chur kam.

Aber du würdest auch nicht nein sagen.
Logisch nicht. Aber ich kenne diese Mädels. Das würde nicht hinhauen.

Ohä, alles klar. Schauen wir der Tatsache ins Gesicht. Du gehst auf die 40 zu.
Wasssss?!! Ich geh doch mit 30 noch nicht auf die 40 zu. Spinnts?

Ja gut. Dann halt auf die 35.
Haha. Omg!

Tja. Das Leben ist hart Gimma. Nun. Es sagen bestimmt auch viele: So Gimma, es wird langsam Zeit für Kinder.
Jetzt du auch noch. Meine Großmutter sagt das immer!

Haha. Meine Oma sagt das auch ständig. Und ich bin gerade mal 20.
Ahhh, dann können wir uns ja zusammen tun (war das jetzt ein illegaler Heiratsantrag? Haha.) Nein, aber im Moment sind Kinder kein Thema. Es ergibt sich einfach nicht. Mit 20 wollte ich wirklich Vater werden. Und inzwischen ist es eher so bääääää. Nein. Jetzt nicht.

Wie machst du Frauen im Ausgang an? Hast du ein immer-ziehenden Flirtspruch?
Das ist extrem einfach.

Tell me.
Ich sag einfach: He hallo, ich bin der Gian-Marco. Und that’s it.

Ah echt?
Ja. Aber was soll ich überhaupt anmachen? Es kennen mich ja alle. Haha! Nein. Jetzt im ernst. Also erstens, ich mache keine Frauen an. Und zweitens, ich geh ja nicht mal in den Ausgang. Wenn überhaupt lerne ich Frauen auf anderen Wegen kennen. Ich bin kein Trophäen-Jäger. Das Spiel ist langsam vorbei. Mit 30 ist es halt irgendwie ein wenig over und out.

Bauer, ledig, sucht. Auch schon einmal gedacht dort mitzumachen?
Haha, das ist lustig! Ich hatte Marco (Anmerkung der Redaktion: Marco Fritsche ist der Moderator der Sendung “Bauer, ledig, sucht”) einmal als Scherz gesagt, ich komme vorbei. Haha. Aber weißt du, ich suche ja nicht. Nach der letzten Beziehung habe ich gedacht: nääääääää.

Da hast du dir gesagt, jetzt konzentriere ich mich erst einmal auf mich selbst.
Nicht einmal das. Ich lasse es einfach dahin plätschern. Wenn irgendwas passieren sollte, dann ergibt sich das halt einfach.

Auf deinem Blog lässt du verkünden, dass es Zeit für eine Auszeit wird. Wie sehen die nächsten 6 Monate bei Gimma aus?
Es steht praktisch nix auf dem Plan. Ein wenig im Büro arbeiten. Keine Konzerte. Keine Auftritte. Ein wenig schreiben und erholen.

Just live.
Ja. Eigentlich schon.

Und fort war er. Danke Gimma für das Interview. War lustig mit dir zu quatschen. Und wer weiss, vielleicht meldet sich ja eine intellektuelle Frau über diesen Weg. Die schick ich dir dann per A-Post einmal nach Chur runter zur Probe. Auf jeden Fall – Halt die Ohren steif Alter!

Stadt, Land, Fluss mit den Beatsteaks

Interviews mit den Beatsteaks sind wie Forrest Gumps Pralinenschachtel – man weiss nie was man bekommt. „Lasst uns doch Stadt, Land, Fluss spielen. Wer macht mit?“ Mit diesen Worten wurde usgang im Hotel Renaissance empfangen. Und für solche Späße sind wir von usgang doch immer zu haben. Und schon rief einer A, der nächste Stopp, das C wurde getroffen, und sofort kritzelten Kugelschreiber eifrig Buchstaben auf Papier. Inmitten der lockeren Spielrunde plauderten die Beatsteaks über ihr neues Album, erklärten den Begriff Boombox und verrieten, dass sie den Punkrock aufgeben wollen.

Ihr habt für die Januar-Ausgabe der deutschen Musikzeitschrift Visions kurzzeitig die Chefredaktion übernommen. Wechselt ihr auf die Kritikerseite?

Arnim Teutoburg-Weiss: Nein, es war schon eher eine Idee von der Visions-Redaktion. Die haben sich gern übernehmen lassen.

Peter Baumann: Die haben einfach gesagt „Jetzt macht ihr mal“.

Arnim: Genau, die meinten: „Seid mal crazy und leitet die Redaktion.“ Was sie uns am Ende aber doch nicht ganz erlaubt haben.

Wie war die Erfahrung für euch?

Arnim: Es war schon schön und hat Spass gemacht.

Ich habe gelesen, dass eure Bandgeschichte ein Beispiel dafür sei, dass es noch Bands gäbe, die es mit dem Erfolg nicht eilig hätten und sich Zeit lassen würden, um sich zu entwickeln. Wie seht ihr das?

Arnim: Wir sind ja mittendrin. Wenn so etwas über uns gesagt wird, finden wir das natürlich gut, das freut uns. Wir lassen uns schon Zeit und wir lassen uns auch nicht so schnell verbiegen. Wir machen es so, wie wir wollen. Wenn uns dafür jemand mag, ist das super.

Seit über 15 Jahren macht ihr gemeinsam Musik. Ihr habt als Vorband der Sex Pistols erste Erfahrungen gesammelt und steht in diesem Sommer gleich zweimal in der Berliner Wuhlheide auf der Bühne. Was denkt ihr, wenn ihr auf die Zeit zurückblickt?

Peter: Mir kommt es vor wie fünf Jahre.

Arnim: Ich zähle aber erst ab dem Moment, ab dem das Line-Up so ist, wie jetzt, also ab 2000. Es gibt zwar die Alben 48/49 und Launched, aber für mich geht es irgendwie erst ab Living Target los. Ist zwar nicht ganz richtig, aber ich sehe es so. Die Anderen nicht.

Peter: So bleibt man aber auch jünger.

Alle: (Gelächter)

Habt ihr Lieder, die euch besonders ans Herz gewachsen sind?

Peter: Auf jeden Fall.

Arnim: Das sind viele, wirklich viele. Für mich haben wir viele Lieder, die mich zu einem gewissen Zeitpunkt glücklich gemacht haben. Zum Teil in dem Moment, in dem sie entstanden sind, andere weil sie live funktioniert haben oder als mir der Manager gesagt hat: „Es läuft jetzt im Radio.“ Ich werde nie vergessen, wie ich Let Me In das erste Mal im Radio gehört habe. Das war ein total aufregendes Gefühl, einfach super. Da kam ein Anruf „Ihr seid im Radio, mach mal an“ und dann lief da unser Song.

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Im intensiven Gespräch ging dann fast vergessen, dass wir ja Stadt, Land, Fluss spielen. Langsam wurde es Zeit, um das C aufzulösen. Von viel Gelächter und einer Mischung aus Erstaunen und offener Fassungslosigkeit begleitet, erntete Peter die Punkte für Celine Dion, die er im Bereich Musiker/Band genannt hatte. Kolumbien geht als Land mit C nur knapp durch, wenn man Fremdsprachen erlaubt. Kurze Diskussion, dann war sich die Band einig: es gibt Punkte. Den Vogel der C-Runde abgeschossen hatte aber die Chinin-Allergie in der Rubrik Krankheit. Darauf muss man erstmal kommen. Wieder rief einer A, der nächste Stopp und das S war gewählt. Es wurde Zeit, um über die aktuelle CD der Beatsteaks zu sprechen.

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Lasst uns doch auf das neue Album kommen. Wieso habt ihr das Album Boombox benannt?

Arnim: Boombox ist der Proberaum. Es heisst so, weil wir das Album im Proberaum aufgenommen haben. Und seither heisst der Boombox. Der Raum ist nicht viel grösser als dieser hier (ca. 25m², Anm. d. Red.) und da wird es oft sehr laut.

Den letzten Schliff habt ihr dem Album allerdings in Kalifornien gegeben. Dafür habt ihr mit Nick Launay (Produzent von Nick Cave oder Arcade Fire) gearbeitet. Wieso habt ihr euch für ihn entschieden?

Peter: Wir hatten ihn schon länger auf dem Kieker, weil er schon vorher einen tollen Mix eines Songs gemacht hat, der auch mit auf die Platte gekommen ist. Wir haben ihn kontaktiert und ihn gefragt, ob er Zeit hat, weil uns die Sachen, die er bereits gemacht hat, immer sehr überzeugt haben. Er lässt die Bands immer gut aussehen. Wir wollten mit ihm arbeiten, weil wir uns vorstellen konnten, dass unsere Aufnahmen und seine Arbeit eine gute Mischung ergeben würde. Wir wollten aber auch ein kleines bisschen, ohne das negativ zu werten, aus dem Berliner Dunstkreis heraus und schauen, was jemand mit einem internationalen Format, das Launay dann doch hat, daraus macht.

Ich habe zwei Sachen zu euren Aufnahmen gelesen, die ich doch gern ansprechen möchte. Ihr habt tatsächlich einen Dress Code bei Songaufnahmen?

Arnim: Bei einem Lied…

Peter:… das scheint sich wie ein roter Faden durch die Medien zu ziehen.

Arnim: Bei einem Lied war das tatsächlich so.

Wie sah der Dress Code aus?

Arnim: Da es ein Song war, der ein wenig an The Specials erinnert, haben wir uns wie The Specials angezogen. Also Doc Martens und enge Jeans, Hosenträger und Hüte. Perfekte Ska-Bekleidung halt.

Und dann tauscht ihr bei Aufnahmen schon mal die Instrumente?

Arnim: Ich nicht, ich tausche mit niemandem gerne Instrumente. Aber Peter tauscht gern mal mit Thomas die Instrumente. Thomas denkt sich gerne am Klavier etwas aus und Peter nimmt sich das dann vor und spielt es auch noch mal.

Ihr habt die Noten zur ersten Single, Milk & Honey, im Vorfeld in Anzeigen publiziert, ohne zu erklären, was dahinter steckt. Was habt ihr für Reaktionen bekommen?

Arnim: Tolle! Coverversionen sind sowieso immer interessant. Es war aber noch viel interessanter, weil keiner das Original kannte. Man musste sich das Stück quasi erlesen oder erspielen. Für uns war das sehr aufregend. Eine wirklich schöne Idee der Plattenfirma.

Was passiert mit diesen Songs?

Arnim: Wir haben unsere zwei Lieblingsversionen zu B-Seiten auf der Single zu Milk & Honey gemacht.

Nehmt ihr einige der Bands, die euch Covers geschickt haben, ins Vorprogramm bei Konzerten?

Arnim: Nein, die Vorbands waren schon gebucht.

Torsten Scholz: Sie kommen aber dafür umsonst zu den Konzerten.

Arnim: Genau, sehr viele Leute, die Covers gemacht haben, kommen bei unseren Konzerten vorbei.

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Zeit für die Auflösung der zweiten Spielrunde. Begriffe mit S waren gefragt. Gewässer? Klar: See. Wieso auch zu weit denken. Damit war Peter alleine und erntete die volle Punktzahl. Bei den Musikern war die Auswahl schon vielseitiger. Silbermond oder die Scorpions wurden beispielsweise genannt, aber auch der Name Sarah McLachlan fiel und alle bekamen Punkte. Die Nennung im Bereich Fluchwort sei hier aus Rücksicht auf sensible Gemüter nicht genannt. Punkte gab es allerdings auch dafür. Das Start/Stopp-Spielchen erkor den Buchstaben A zum Mittelpunkt der nächsten Runde

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Beim ersten Hören ist bei mir Automatic hängengeblieben. Der Gitarrenpart in der Mitte ist eingängig, aber auch Reggaebeat oder die verschiedenen klanglichen Spielereien. Wie seht ihr den Song?

Peter: Den hatten wir schon aufgenommen, in einer Rockversion, sag ich jetzt mal. Aber irgendwie hat uns das nicht ganz so befriedigt, wie die andern Sachen, die wir gemacht haben. Arnim hat dann vorgeschlagen, Pierre, seines Zeichens Sänger bei Seeed (Peter Fox, Anm. d. Red.), ins Studio zu holen, weil wir ihn ganz gut kennen und wir sehen wollten, was der damit machen würde. Wie er die arrangieren würde, wenn wir nur spielen würden. Wir haben uns also einen Abend Zeit genommen und die Version am Tag drauf so eingespielt, wie sie jetzt ist. Uns machen generell Sachen Spass, bei denen wir uns nicht total sicher sind. Auf dünnem Eis laufen bereitet uns Freude.

Fix it klingt roher, als der Rest des Albums. Wie kommt das?

Arnim: Das kommt, weil der Song in ganz vielen Elementen, in verschiednen Parts, noch so ist wie das Demo. Wir haben viele Sachen, die uns sehr gut gefallen haben, einfach vom Demo übernommen. Zwar haben wir das Stück nochmals und nochmals aufgenommen, haben aber nichts davon verwendet. Der Opener der Platte ist eigentlich zum Teil ein Demo und deshalb klingt er roher. Das war aber voll beabsichtigt. Irgendwie war das nie ein kompletter Song, also haben wir gedacht: „Damit leiten wir die ganze Sache ein.

Wie schreibt ihr eure Songs und hat sich euer Arbeitsprozess im Laufe der Zeit verändert?

Arnim: Er hat sich vor allem gefestigt. Es hat sich gefunden und inzwischen ist es eine Art Teamwork, wie wir Musik machen. Manchmal sind Songs im Demostadium so weit ausgereift, dass man sich nur noch gut zureden muss, dass jetzt wirklich alles schon fertig ist und keine Bearbeitung mehr braucht. Das Intro zu Automatic zum Beispiel, das hatten wir ein Dreivierteljahr lang und wir wussten, dass wir nicht locker lassen dürfen, weil es einfach geil ist. Und so findet sich das. Oder Milk & Honey kenne ich genau so, wie es jetzt ist, vom Klavier arrangiert, nur ohne Gesang.

Entstehen die Songideen als Kollektiv?

Arnim: Die Ideen entstehen nicht immer gemeinsam. Oft setzt sich einer hin und schlägt was vor und die andern haken entweder ein oder gehen an ihre Instrumente und spielen. Am Ende hört man die Band spielen. Aus einer Idee wird immer die Bandversion werden.

Ihr spielt am im März in Zürich und im Sommer auf dem Gurtenfestival. Was darf man von den Beatsteaks 2011 erwarten?

Arnim: Naja, wir sind jetzt langsam alt. Wir werden viele Balladen spielen, es wird etwas ruhiger zur Sache gehen. Schliesslich müssen wir uns mit dem Alter arrangieren. So langsam müssen wir auch mal an Geld denken und darum wird es viel Chartmusik geben. Wir werden Katy Perry covern.

Peter: Jaa.

Arnim: Vielleicht ist sie sogar als Special Guest dabei. Wir kennen sie ja ganz gut. Peter sogar noch besser. Wir müssen jetzt die Geschichte mit dem Punkrock so langsam mal hinter uns lassen, es wird Zeit nach vorn zu schauen. Ab in den Popolymp, ab in die Charts.

Torsten Scholz: Kurze Spielzeiten und hoher Stundenlohn.

Peter: Genau.

Alle: (Lautes Gelächter)

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

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Bevor es für Usgang Zeit zum „Tschüss“ sagen wurde, musste noch die letzte Spielrunde aufgelöst werden. Hier zeigte sich nochmals, dass die Beatsteaks gerne mal „Fünfe grade sein lassen“. Andalusien als Land? Naja, etwa so wahr wie das Limmattal als Kanton zu sehen. Punkte gab es trotzdem. Bliebe noch ein Musiker mit A. Erstaunlich, dass keiner auf die einfachste Lösung gekommen war: Arnim Teutoburg-Weiss, immerhin Sänger der Beatsteaks. Gewonnen hat Usgang das Spiel zwar nicht, Spass hat es mit den Beatsteaks trotzdem gemacht. Wir freuen uns schon auf eine Revanche.

Beatsteaks – Milk and Honey

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Lupe, endet der Laser im Fiasko?

Wie eine krampfhafte Geburt im Unispital Zürich kommt die Fertigstellung des neuen Studioalbums von Lupe Fiasco rüber.  Am 8. März soll es soweit sein. Ob sein Baby dann aber auch wirklich das Licht der Welt erblick, steht noch in den Sternen. Ein kurzes Abbild des neuen Covers wollte uns der liebe Amerikaner dann doch nicht vorenthalten. Eine emotional tiefgreifende Gutenachtgeschichte mit dem passenden Video gibts sogar noch gratis mit dazu. Wieso aus Losers Lasers wurde und was das anarchistische A im Titel zu bedeuten hat, kann man im THE LASERS MANIFESTO nachlesen. In diesem Sinne: Have Fun, be laser!


The L.A.S.E.R.S. Manifesto

Englisch:

To Every Man, Woman & Child…

1. We Want An End To The Glamorization Of Negativity In The Media.

2. We Want An End To Status Symbols Dictating Our Worth As Individuals.

3. We Want A Meaningful And Universal Education System.

4. We Want Substance In The Place Of Popularity.

5. We Will Not Compromise Who We Are To Be Accepted By The Crowd.

6. We Want The Invisible Walls That Separate By Wealth, Race & Class To Be Torn Down.

7. We Want To Think Our Own Thoughts.

8. We Will Be Responsible For Our Environment.

9. We Want Clarity & Truth From Our Elected Officials Or They Should Move Aside.

10. We Want Love Not Lies.

11. We Want An End To All Wars. Foreign & Domestic (Violence).

12. We Want An End To The Processed Culture Of Exploitation, Over-Consumption & Waste.

13. We Want Knowledge, Understanding & Peace.

14. WE WILL NOT LOSE BECAUSE WE ARE NOT LOSERS, WE ARE LASERS!!!

Lasers are the opposite of losers. Lasers are shining beams of light that burn through the darkness of ignorance. Lasers shed light on injustice and inequality. Losers stand by and let things happen. Lasers act and shape their own destinies. Lasers find meaning and direction in the mysteries all around them. Lasers stand for love and compassion. Lasers stand for peace. Lasers stand for progression. Lasers are revolutionary.

Lasers Are The Future.

We’re Not Losers. We Are L.A.S.E.R.S.!!!

Deutsch:

An jeden Mann, jede Frau und jedes Kind…

1. Wir wollen das Ende der Verherrlichung des Schlechten in den Medien.

2. Wir wollen nicht das Statussymbole unseren Wert als Individuen definieren.

3. Wir wollen ein sinnvolles und allgemeines Schulsystem.

4. Wir wollen Werthaftigkeit anstelle von Popularität.

5. Wir werden keinen Kompromiss eingehen um bei der Masse für unser Wesen akzeptiert zu werden.

6. Wir wollen, dass die unsichtbaren Mauer, welche Wohlstand, Rassen und Klassen separieren, heruntergerissen werden.

7. Wir wollen unsere eigenen Gedanken denken.

8. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt.

9. Wir wollen Klarheit und Wahrheit von unseren gewählten Beamten oder sie sollen beiseite treten.

10. Wir wollen Liebe, keine Lügen.

11. Wir wollen das Ende aller Kriege und der Gewalt.

12. Wir wollen das Ende einer Kultur der Ausbeutung, Überkonsumation und Verschwendung.

13. Wir wollen Wissen, Verständnis und Frieden.

14. Wir werden nicht verlieren, weil wir keine Loser, sondern Laser sind.

Laser sind das Gegenteil von Loser. Laser sind scheinende Lichtstrahlen, die in der Dunkelheit der Ignoranz leuchten. Laser zeigen mit ihrem Licht die Ungerechtigkeit und Ungleichheit auf. Nur Loser warten und lassen Dinge passieren. Laser handeln und  formen ihre eigenen Schicksale. Laser finden Bedeutung und Wege in all den umliegenden Mysterien.  Laser stehen für Liebe und Mitgefühl. Laser stehen für Frieden. Laser stehen für Fortschritt. Laser sind revolutionär.

Laser sind die Zukunft.

Wir sind keine Loser. Wir sind Laser.

Lupe Fiasco – The Show goes on

Official Homepage: Lupe Fiasco

Official Homepage: Manifesto mit Video


Beth Ditto nimmts selbst in die Hand

Beth über ihr Solo-EP ohne The Gossip: "Stell dir vor, du bist seit zwölf Jahren verheiratet, schon dein ganzes Erwachsenenleben lang. Und dann eines Tages entscheidest du, dass es okay ist, wenn du ausbrichst."

Am 4.März kommt das erste Solo-EP der Gossip-Frontfrau Beth Ditto auf den Markt.  Für den Alleingang der Karli Muse ließ sich das britische Tanz und Produzententeam Simian Mobile Disco begeistern, welches bereits vor drei Jahren mit dem Rockmoppelchen für den Song „Cruel Intention“ zusammen kooperiert hat.

Im Internet sind die Tracks bereits fleißig am Laufen – jetzt solls aber doch noch auf eine Platte gepackt werden. Goodnight Goodmorning, Do You Need Someone, I Wrote The Book und Open Heart Surgery – das sind die guthörbaren Songs der neuen Disc.  Ein gelungenes Melange zwischen 90er Disco-Groove und elektronischer Modernität.  Really nice. Whatever. Trotzdem wird das neue Ego-Projekt der fast 30-jährigen vorerst der einzige muschische Soloausbruch bleiben –  The Gossip lives nähmlich on.

Beth Ditto – I wrote the book

Beth Ditto – Open Heart Surgery

Official Homepage: The Gossip