Vom antizyklischen Feiern – die Definition und ein Beispiel

Oleoleole und nach mir die Sintflut.

Zuerst müssen wir mal klären, was zyklisches Feiern ist. Also: wenn ich am Freitag, Samstag oder an Feiertagen so richtig einen hinter die Binde kippe, entspricht dies dem natürlichen, in freier Wildbahn anzutreffenden Partyverhalten – dem sogenannten zyklischen Feiern. Antyzyklische Feierei findet vor allem an Tagen statt, die ungünstig gelegen sind: dies sind generell alle Tage, die vor Arbeitstagen oder Ereignissen liegen, bei denen man nicht wie eine Schnapsbrennerei riechen sollte. Insbesondere möchte ich Folgende herausheben: Tage vor Kundenpräsentationen (auf Englisch), Konfirmationen von Cousinen, Familienweihnachtsfeiern und Jahresmitarbeitergesprächen. Gerade zu Letzterem habe ich eine ganz gute Story parat.

Es war einmal im Dezember 2005. Ich kam gerade von meinem langen Londonaufenthalt zurück, der mein Trinkverhalten – sagen wir mal – nachhaltig geprägt hat. England… das Land in dem die Frauen auf der Strasse liegen, weil sie so stramm sind und sich nicht mal dafür schämen. Die Londonstories wären schon einen eigenen Blog wert, wenn ich mich doch nur an alle erinnern könnte! Zurück zum Thema: Es war der Abend vor dem wichtigsten Gespräch des Jahres, dem Mitarbeitergespräch. Das ist so das Gespräch, wo es erfahrungsgemäß um Mitarbeiterförderung und Geld geht. Und was tue ich, um mich seriös darauf vorzubereiten? Vollsein wie eine Regentonne! Und auch noch 10 Beweisfotos davon schießen lassen von einem Internetportal wie ich immer mehr ins Elend abrutsche. In meinem Atomrausch vergesse ich natürlich den Wecker zu stellen. Der Tag mit dem bösesten erwachen ever beginnt:

9:00 – Mittarbeitergespräch #1 ist auf dem Plan. Protagonistin fehlt.
11:00 – Mitarbeitergespräch #2 ist auf dem Plan – Protagonistin fehlt.
12:30 – Protagonistin wacht auf. Es ist hell.

In einem Sekundenbruchteil realisiere ich, dass es NACH 8:00 sein muss. Zu hell um 8:00 sein zu können. Ein Blick aufs Handy schafft Klarheit. 3 Anrufe in Abwesenheit und Mittag! Puls auf 180. Angst. Ein Anruf. „Hallo, sorry, bin gleich da“. Wie ein geschlagener Hund muss ich ausgesehen haben, als ich Richtung Arbeitsstätte unterwegs war. Reumütig betrete ich das Büro. Es passiert etwas, was ich nicht erwartet hätte – ich werde angegrinst. Cool! Man hatte Nachsehen mit meinem durch London negativ beeinflussten Trink- und Ausgehverhalten!

Antizyklisches Feiern ist eine ganz schlechte Angewohnheit. Davon habe ich aber lange nichts gewusst. Darüber aufgeklärt hat mich erst ein gewisser Herr. Ich schreibe diese Zeilen nur für dich, lieber Herr. Weil du sonst nur wieder rumheulst, das ich ein Wort von dir verwendet habe, ohne dich zu erwähnen, lieber Herr.

Viele meiner Geschichten stehen in engem Zusammenhang mit antizyklischem Feiern. Und auch 5 Jahre später bin ich immer noch nicht gescheiter geworden. Gescheiter werden ist so 2001.

Tschö, María-Dolores Hacienda

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